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Glückstadt sollte weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt werden. Dieses Ziel hatten
König Christian IV und unser ehemaliger Bürgermeister
Dr.Manfred Bruhn gemeinsam. Während der dänische Monarch und
Gründer der Stadt Glückstadt Weltruhm erlangen
wollte, indem er den Glückstädter Hafen baute,
hatte Dr. Manfred Bruhn eine andere Idee. Der ehemalige Bürger- meister der Stadt tat sich in den 60-er Jahren mit dem örtlichen
Fischhändler Helmut Sievers zusammen. Gemeinsam im stillen Kämmerlein heckten die beiden einen Plan aus.
Sie beschlossen, den "Glückstädter
Matjes" über die Grenzen der Elbestadt hinaus
berühmt zu machen. Ihr Ziel war es auch, viele Gäste nach
Glückstadt zu locken. Es sollte der Anfang eines blühenden Tourismus
werden. Die Grundlage für die Umsetzung war da. Im Glückstädter Hafen lagen
Logger, die ständig auf Heringsfang hinausfuhren. Auch
gab es die "Heringsfischerei" in der die Heringe
zu den bekannten Glückstädter Matjes weiterverarbeitet wurden.
Jetzt mußte nur noch ein passender Termin gefunden werden,
um den Matjes entsprechend zu präsentieren. Am 13. Mai
1968 wurden die "Glückstädter Matjeswochen" aus
der Taufe gehoben. Mit dabei waren neben Dr. Bruhn auch der
Landwirtschaftsminister Ernst Engelbrecht-Greve, Herbert Ekkenga,
Besitzer der Heringsfischerei und Vertreter der Deutschen Heringsgesellschaft.
Die Medien wurden von Anfang an mit eingespannt Schon im Februar
1968 berichtete die "Glückstädter Fortuna" ,
daß Dr. Bruhn in Zusammenarbeit mit dem
Hotel - und Gaststättenverband sowie dem
Verkehrsverein eine begrüßungswerte Idee in die Tat
umsetzen will, um die Stadt für den Fremdenverkehr mehr als bisher zu erschließen. Das
große Ereignis wurde am 13. Juni
1968 dann auch gebührend gefeiert. Reporter aus ganz Norddeutschland von
Presse, Rundfunk und Fernsehen wurden
zum großen Matjesschmaus eingeladen.Um die richtige Kulisse zu haben, fuhr der
Logger "Balder" in den Binnenhafen und
machte vor der Heringsfischerei fest. An Land spielte das Orchester des
Detlefsengymnasiums. Vom Ufer aus beobachteten
mehrere hundert Glückstädter das Spektakel: An Bord wurde das Faß
geöffnet und die Prominenz biss in den Matjes.Gelobt wurde
der jungfräuliche Hering schon damals. Eine Tradition, die sich bis heute gehalten hat.
Seither werden an jedem dritten
Donnerstag im Juni die "Glückstädter
Matjeswochen" eröffnet. In den vergangenen Jahren
- mangels Heringsfischerei und
Logger - findet der Biss in den Matjet auf der Rathaustreppe vor Tausenden
von Zuschauern statt. Auch wenn der Matjes nicht
mehr in der alten Heringsfischerei hergestellt wird, und von eigenen Loggern gefangen
wird, so hat doch das Rezept die Jahre überdauert und
der "orginal Glückstädter Matjes" wird auch heute noch, vom Hotel-Restaurant Raumann, nach altbewährtem Rezept hergestellt. In
diesem Jahr wird Landwirtschaftsminister Klaus Buß die ehrenvolle
Aufgabe des Anbisses übernehmen.
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